Wohin geht die Reise
Das Phänomen Caravaning
Text: Hartmut Malguth, Fotos: Henriette Malguth

Höher – schneller – weiter!
Von kaum einer anderen Branche geht in den letzten Jahren eine derart fesselnde Faszination aus wie vom Verreisen mit dem eigenen Wohnmobil. Vielleicht liegt es einfach daran, dass man sich als Anfänger nicht zwingend mit einer Rieseninvestition an sein Traumfahrzeug herantasten muss, sondern auf dem mittlerweile vielfältigen Markt schon im unteren oder mittleren Preissegment guterhaltene Fahrzeuge entdecken kann. Eventuell lassen aber auch von Freunden oder professionellen Anbietern gemietete Modelle viele Vorbehalte über Bord werfen, um es einfach mal mit dem Caravaning zu probieren und so erste Erfahrungen zu sammeln. Zumindest verbinden die meisten nicht zuletzt einen Hauch von Abenteuer mit dieser individuellen Form des Urlaubens.

Ein untrügliches Spiegelbild dieser Entwicklung bietet der zur absoluten Zugnummer avancierte Caravan Salon in Düsseldorf als mittlerweile wohl bedeutendste Fachmesse ihrer Art weltweit. Einer Viertelmillion Besuchern präsentiert sich hier innerhalb von zehn Messetagen ein einzigartiges Spektrum von Fahrzeugen, Reisezielen, Veranstaltungen und Tipps mit allen erdenklichen Facetten rund um das Thema Caravaning und Camping. Wer hierher kommt, den erwartet eine faszinierende Mischung aus technisch raffinierten Fahrzeuginnovationen und lebendig interpretierter Reisevorfreude. Und wem das nicht reicht, der wendet sich den komfortablen Reisemobilen und deren reichhaltiger Innenausstattung zu, die sogar mit den Annehmlichkeiten des eigenen Zuhauses konkurrieren kann.
Welche Trends lassen sich erkennen?
Der ADAC vermeldet in seinen jüngsten Prognosen ein zunehmendes Fahrzeugangebot, mehr Fahrzeugsicherheit bei den zum Wohnmobil umfunktionierten Kastenwagen sowie mit den ersten Elektrocampern auch hier eine Fortsetzung der Idee von der Elektrifizierung auf den Urlaubsrouten Europas. Als populäre Reiseziele bringt sich dabei neben Deutschland und Kroatien neuerdings auch Albanien in Stellung.
Der Faszination von Individualurlaub verschreiben sich überwiegend junge Familien und Paare. Hier planen immerhin 34 Prozent, die schönste Zeit des Jahres im Reisemobil, Ferienbungalow o.ä. auf einem Campingplatz in idyllischer Natur zu verbringen. Zählt man die 28 Prozent Zelturlauber dazu, lässt sich eine stattliche Anzahl an Campingfreunden daraus ermitteln.

Erfolgsmodelle
Kompaktvans aus der Kategorie Kastenwagen erfreuen sich aufgrund ihrer Alltagstauglichkeit weiterhin zunehmender Popularität.
So haben mittlerweile zahlreiche Produzenten diesen Markt für sich entdeckt und entwickeln nicht nur interessante neue Modelle, sondern auch eine breite Zubehörpalette wie Vorzelte und technische Aggregate für einen ausgedehnten Urlaubsspaß.
Wem das noch nicht ausreicht, aber über eine gut gefüllte Reisekasse verfügt, der begeistert sich dann beispielsweise an einem Mercedes Sprinter mit Heckverlängerung. Im so auf 6,41 m gestreckten Basismodell ist dann sogar ausreichend Platz für Betten in der Größe des heimischen Schlafgemachs. Standard- und Kompaktklasse haben ihren jugendlichen Charme – mehr geht aber eigentlich immer...
In Brügge ist das Übernachten in Wohnmobilen, Campinganhängern oder Zelten auf öffentlichen Straßen, im Wald, in den Dünen oder am Strand verboten. Ausnahmen sind explizit ausgewiesen. Dazu zählen die anerkannten Autocampingplätze auf Höhe der Insel Kanaaleiland und der Campingplatz Memling.