URLAUB MIT KIDS
Sicherheit geht vor
Text: Hartmut Malguth, Quelle: ADAC Fotos: Adobe Stock, privat

Für die schönste Zeit des Jahres unternehmen junge Familien gern eine Reise im Wohnmobil – und viele bestimmt zum ersten Mal. Dabei gilt es, wesentliche Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen:
Erst gurten – dann starten!
Getreu dieses Slogans einer deutschen Werbekampagne für den Sicherheitsgurt aus den 70er Jahren müssen Kinder mit Sicherheitsgurten und Kindersitzen auf Fahrten im Reisemobil gesichert werden. Dabei gelten dieselben Vorschriften wie im Pkw: Für Kinder, die jünger sind als zwölf Jahre oder kleiner als 150 cm, ist ein geeigneter Kindersitz dabei unerlässlich. Gegebenenfalls sollten Sie sich vor Reiseantritt erkundigen (z.B. beim ADAC), ob Ihr Fahrzeug für die Montage von Kindersitzen überhaupt zugelassen ist. Das betrifft zumeist nämlich nur vorwärtsgerichtete Fahrzeugsitze. Unter Umständen muss deshalb ein Erwachsener auf einen rückwärtsgerichteten oder seitlichen Sitz ausweichen.
Nach § 21 der Straßenverkehrsordnung (StVO) dürfen nicht mehr Personen befördert werden, als Sicherheitsgurte vorhanden sind. In Wohnmobilen sind entsprechende Sitzplätze für die Fahrt ausgewiesen.
Auf keinen Fall dürfen Kinder während der Fahrt im Schlafbereich von Wohnmobilen liegen. Dies gilt auch für klassische Wohnwagenanhänger, in denen sich während der Fahrt keine Personen aufhalten dürfen.
Beim ADAC erhalten interessierte Eltern auch Auskunft darüber, welche Kindersitze für welche Art von Gurtbefestigung geeignet sind. So lassen sich erforderliche Gegebenheiten unter Umständen vor dem Start auf das zur Verfügung stehende Reisemobil anpassen.

Dilemma Rastanlagen
Die negativen Erfahrungen, die Pkw-Fahrer regelmäßig beim Anfahren von Rastanlagen machen, wirken sich auf Nutzer von Reisemobilen noch gravierender aus. So bringt es eine ADAC Untersuchung von 80 Rastanlagen entlang der wichtigsten Autobahnstrecken an den Tag. Es besteht nicht nur ein eklantanter Mangel an Parkplätzen für Wohnmobilisten, sondern es fehlt im Grunde an allem: Fehlende oder schlechte Ausschilderung, null Service für Frischwasser und Strom – die Servicewüste Deutschland zeigt hier ihr besonders negatives Gesicht. Mit rund 1,8 Mio. zugelassenen Campingfahrzeugen hat sich die Zahl entsprechender Mobile innerhalb von zwölf Jahren verdoppelt. Beim Rastanlagentest des ADAC wird offenkundig, dass keine einzige über eine Station
zur Brauchwasserent- und Frischwasserversor-gung oder zur Entleerung und Reinigung von Kassettentoiletten verfügt. Hinzu kommt, dass nur für durchschnittlich große Wohnmobile zur Not Pkw-Parkplätze nutzen können. Die weit verbreiteten 3,5-t-Reisemobile mit 6 m Länge und 2,37 m Breite sind auf eigene, breitere und längere Parkmöglichkeiten angewiesen. Diese sind nur bei 25 % der vom ADAC getesteten Rastanlagen vorhanden. Auf 55 Anlagen suchten die Tester vergeblich nach speziellen Parkplätzen für Camper. Und auf fünf Rastanlagen mussten sich Camper und Lkw den ausgewiesenen Raum teilen.