04/2025

Kinderleicht

Gärtnerspaß im Frühling

Text: Hartmut Malguth, Fotos: Henriette Malguth

Sobald es Frühling wird, gewinnt das Leben außerhalb der eigenen vier Wände deutlich an Attraktivität. Die Natur erwacht zu neuem Leben. Insbesondere Kindern ist das Bedürfnis anzumerken, sich draußen zu bewegen, um sich auszutoben. Auch Kleinkinder sind schnell dafür zu begeistern, um gemeinsam mit älteren Geschwistern, Eltern oder Großeltern zu gärtnern. Oftmals sind dies unvergessliche Momente, an die man sich auch später im Leben noch oft und gern erinnert.

Dabei erleben Kinder, wo Obst und Gemüse herkommen. Sie beginnen, den Zusammenhang zu begreifen, dass aus Saatgut Pflanzen entstehen, beobachten wie sie wachsen und freuen sich später über den Erfolg der Ernte. Auch oder gerade dann, wenn die meisten selbst geernteten Früchte schnell im eigenen Mund verschwinden, verbinden Kinder diesen Prozess mit einem geschmackvollen Erfolgserlebnis.

Zuvor sind es die verschiedenen Entwicklungsstufen einer Pflanze, die für Kinder spannend sind. Dafür ist ein eigener Garten ideal, aber im Grunde tut es auch eine Terrasse, ein Balkon oder eine separate Ecke vor einem hellen Küchenfenster, wo Kinder allein oder unter Anleitung gärtnern lernen können.

Wenn im Garten dann sogar ein kleiner Baum oder eine Hecke gepflanzt wird, können Kinder deren Entwicklung über Jahre mitverfolgen. Ansonsten spielt es keine Rolle, ob sie Blumen, Gemüse oder Kräuter aussähen. Bei letzteren gesellt sich im Endeffekt zum Erfolg des stetigen Wachsens von Pflanzen noch das Geschmackserlebnis dazu. Kinder wollen neue Dinge spielerisch und mit viel Freude entdecken.
Wenn die Temperaturen es zulassen, kann sogar schon vor dem kalendarischen Frühlingsanfang zusammen mit den Kindern ein Projekt für den Start der Gartensaison geplant werden. Lassen Sie von Ihren Kleinen beispielsweise Wunschlisten anlegen. Welches Obst und welches Gemüse mögen die Kinder am liebsten? Gibt es Lieblingskräuter? Gestalten Sie das Gärtnern auf unterhaltsame Weise, indem Sie Freunde und Nachbarskinder dazu einladen.

Sie als Erwachsene haben auch etwas davon, denn das Ganze zieht auch einen erzieherischen Aspekt nach sich: Blumen, Obst- und Gemüsepflanzen genießen eine höhere Wertschätzung, wenn die Kleinen sie persönlich eingepflanzt haben und regelmäßig gießen.

Kinderleicht: Erde in den Pflanzbehälter streuen.
Samen einstreuen.

Das Frühjahr ist die ideale Jahreszeit, um Sommerblumen, Gemüse und Kräuter auszusäen. Auch vorgezogene Jungpflanzen wie Salat, Tomaten und Paprika können gemeinsam mit den Kindern in einen Blumenkasten oder in ein Hochbeet gepflanzt werden. Zum Aussäen empfehlen sich Pflanzen wie Ringel- oder Sonnenblumen aber auch Gemüse wie Tomaten, Radieschen oder Paprika sowie Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch und Basilikum.

Mit der Geduld der Kleinen beim Gärtnern ist es meistens noch nicht so weit her. So sollte man bei der Auswahl zu Pflanzen tendieren, die schnell wachsen, robust und pflegeleicht sind. So stellen sich schnell Erfolgserlebnisse ein.
Als Obst eignen sich insbesondere bunte, süße Früchte, die Kinder im Sommer naschen können. Auch das Setzen von Jungpflanzen und das Eingraben in die Erde erweist sich bei den Kleinen als inspirierende Gartenerfahrung.

Ab März kann man Minitomaten im Haus vorziehen. Sie sind süßer als gewöhnliche Tomaten. Nach den Eisheiligen Mitte Mai dürfen sie nach draußen. Gartenkresse wächst rasend schnell und schmeckt als leckeres Grün auf dem Butterbrot. Radieschen können schon nach vier bis sechs Wochen geerntet werden und machen sich prima im Salat.

Wer diese Zeilen liest und selbst Kinder hat, wird nun vermutlich denken: Theorie und Praxis – die haben gut reden! Meine Kinder essen weder Radieschen, noch Kresse. Das mag alles sein, aber aus pädagogischer Sicht erweitert es zumindest den Speiseplan fernab von Nutella und Marmelade.

Und da ist noch ein weiterer Aspekt:
Düfte im Garten. Sowohl kleine als auch große Schnuppernasen verbinden mit natürlichen Gerüchen ein besonderes Naturerlebnis. Darum pflanzt man Kräuter mit viel Aroma, die robust sind und schnell wachsen wie z.B. Pelargonien mit Zitronenduft (wehren Wespen ab) oder mit Apfel-, Rosen-, Orangen-, Pfefferminz- und Zimtaroma. Cola-Kraut verströmt einen besonders intensiven Coladuft, dem kein Kind widerstehen kann. Ein Tee aus frischem Cola-Kraut schmeckt übrigens wirklich wie Cola. Auch kalt ein tolles Erfrischungsgetränk.

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